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Was ist eine Abisolierzange und worauf ist beim Kauf zu achten?

Es soll Menschen geben, die ihr ganzes Leben lang nie in der Situation waren, zwei elektrische Leiter – meist ‚Kabel‘ genannt – miteinander verbinden zu müssen. Elektrische Leiter sind immer mit einer Isolationsschicht versehen.

Nicht alleine deshalb, weil hohe elektrische Spannung in Verbindung mit einem starken Kurzschlussstrom gefährlich, ja sogar lebensgefährlich sein kann. Der Grund ist vielmehr: Elektrische Ströme müssen in geordneten Bahnen verlaufen, wenn sie ihre Funktion erfüllen sollen. Dafür ist die Isolierung unerlässlich.

Wie werden zwei Kabel miteinander verbunden?

Ein Kabel besteht in der einfachsten Form aus zwei Elementen. Im Inneren ist der elektrische Leiter, die sogenannte Ader. Um die Ader herum befindet sich die Isolation. Es können auch mehrere, voneinander isolierte Adern in einem Kabel verlaufen – dann spricht man von einem mehradrigen Kabel. Wenn zwei Kabel miteinander verbunden werden, müssen die Adern aneinandergeschlossen werden. Um an die Adern heranzukommen, muss die Isolation entfernt werden.

Verbunden werden die beiden Adern dann durch Löten, Verschrauben oder Klemmen mittels sogenannter Lüsterklemmen.

Verschiedene Methoden, die Isolation zu entfernen

Wenn Sie nur selten Kabel abisolieren müssen, werden Sie dafür kein spezielles Werkzeug verwenden. Einmal mit einem Teppichmesser rundherum fahren, ohne dabei die Ader zu verletzen – dann kann das Stück Isolation abgezogen werden. Leicht fällt dies bei starren Kabeln, die nur einen massiven Kupferkern haben. Flexible Kabel haben viele dünne Äderchen aus Kupfer, von denen man bei unvorsichtiger Abisolierung schnell einige durchtrennt hat – und die dann als blanke Kupferstückchen schnell für einen Kurzschluss sorgen können.

In diesem Fall sind spezielle Abisolierzangen das passendste Werkzeug. Diese Zangen besitzen eine scharfkantige Spitze, die wie bei einer Beißzange von oben und unten zupacken kann. Das Besondere daran ist, dass die Zange einen Anschlag besitzt. Dieser kann so eingestellt werden, dass sie nicht ganz durchgeht und das Kabel völlig durchtrennt. Vielmehr lässt sich die Zange so justieren, dass sie die Isolierungsschicht weitgehend durchtrennt, die Adern jedoch unverletzt lässt. Die Schneide ist bei diesen Zangen abgewinkelt, damit das Kabel effektiv von vier Richtungen angeschnitten wird.

Einfache Abisolierzangen

Die simpelste Bauart einer Abisolierzange hat die beschriebene, einstellbare Beißfunktion mit den beiden abgewinkelten Klingen. Halten Sie das Kabel in der einen, und die Zange in der anderen Hand, dann können Sie mit einer kräftigen Ziehbewegung die Isolierung vom Kabel trennen. Wichtig ist die korrekte Vorbereitung. Wenn Sie die Beißklingen zu eng eingestellt haben, werden möglicherweise Adern verletzt. Sind Sie stattdessen zu vorsichtig gewesen, wird die Isolierung nicht vollständig durchgeschnitten. Die verbundenen Enden der Isolation werden dann abgerissen, was einige Kraft erfordert.

Automatische Abisolierzangen

Eine automatische Abisolierzange führt den kompletten Vorgang in drei Schritten selbst durch. Zuerst wird mit dem vordersten Ende der Zange der eine Teil des Kabels fest gepackt und fixiert. Gleich dahinter befinden sich die beiden Hälften der Klinge, die genau so aufgebaut ist, wie bei der einfachen Abisolierzange. Die Klingen fahren, während das Kabel fest gepackt ist, bis zum Anschlag in die Isolierung, und schneiden diese durch. Im dritten Schritt wird die Isolierung des Kabels geteilt. Während das eine Ende fest von der Zange gehalten ist, wird die Klinge durch weiteren Druck auf die Griffe vom Kabel weggezogen. Wenn alle Einstellungen an der Abisolierzange genau vorgenommen wurden, dann ist jetzt das Ende des Kabels abisoliert, das heißt die Ader oder die Adern liegen blank.

Jetzt können die Enden zusammengelötet, geschraubt oder geklemmt werden.

Woran können Sie eine gute Abisolierzange erkennen?

Wie bei allen Werkzeugen, gibt es auch bei Abisolierzangen große Qualitätsunterschiede. Vor allem die automatischen Abisolierzangen müssen sehr präzise arbeiten können, damit die Arbeit auch wirklich effektiv automatisiert und damit erleichtert wird. Eine Abisolierzange darf daher nicht weich oder labil sein, auch darf sie nicht nachgeben. Zusätzlich muss sie genau einstellbar sein, und sie muss diese Einstellung auch behalten. Wie bei der einfachen Abisolierzange gilt, dass bei ungenauer Einstellung die Adern verletzt werden können, oder aber die nicht durchtrennten Teile der Isolation abgerissen werden müssen.

Neben dem harten und unnachgiebigen Material, aus dem die Zange gefertigt sein muss, spielt auch die Haptik eine große Rolle. Der Vorgang des Abisolierens erfordert bei beiden Varianten, der einfachen wie auch der automatischen, gezielten Einsatz von Kraft. Dafür ist es hilfreich, wenn die Griffe anatomisch geformt sind. Auch sollten sie aus einem weichen Material bestehen – oder zumindest damit beschichtet sein – damit Ihre Hand nicht abrutscht.

Mehr als bei vielen anderen Gegenständen des täglichen Gebrauchs, gilt für Werkzeuge der Grundsatz der Markentreue. Wenn Ihnen eine Abisolierzange angeboten wird, die sehr billig ist, und dazu ein No-Name-Produkt, dann sollten Sie die Finger weglassen. Nehmen Sie lieber das Geld für ein Markenwerkzeug in die Hand, und vermeiden Sie es so, zweimal bezahlen zu müssen. Wenn die Abisolierzange nämlich nicht ordentlich einstellbar ist, werden Sie statt Freude an der Arbeit nur Ärger haben.