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Was ist Lötzinn genau und welches soll ich kaufen? Der Ratgeber

Die Zusammensetzung

Beim Löten werden unterschiedliche Metalloberflächen dauerhaft verbunden. Dazu benötigen Sie Lötzinn und einen Lötkolben. Bei Lötzinn handelt es sich in der Regel um eine Mischform von verschiedenen Metallen. Diese Metalllegierung besteht meist aus einem großen Teil Zinn sowie aus Kupfer, Zink, Silber und Blei. Deshalb heißt das Produkt auch Lötzinn oder Lot.

Besonders anzumerken ist, dass es auch bleifreies Lot gibt. Im Handel finden Sie bleifreie Zinnlegierungen, die entweder mit Kupfer und Nickel- oder mit Silber und Kupfer hergestellt sind.

Bleihaltiges Lötzinn darf seit dem Jahre 2006 nur mehr für den privaten Gebrauch- sowie in der Luft- und Raumfahrt verwendet werden.

Wie funktioniert das Lötzinn beim Löten?

Bei herkömmlichen, bleihaltigem Lötzinn gibt es unterschiedliche Stärken. Im Handel erhalten Sie diese Metalllegierungen mit einer Stärke ab 0,25 mm bis hin zu 1,5 mm. Dabei handelt es sich um einen Draht, in dessen Mitte sich ein Rohr mit Kolophonium befindet. Das Kolophonium wird gebraucht, damit das Lot beim Löten nicht klebt. Sobald das Lötzinn einmal erhitzt ist und schmilzt, müssen Sie es weiter verarbeiten. Das Produkt ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Es wird zwischen Weich- und Hartlöten unterschieden. Beim Weichlöten liegt der Schmelzpunkt unter 450 Grad Celsius. Der Schmelzpunkt der Hartlote wiederum liegt zwischen 450- und 1.100 Grad Celsius.

Weichlote sind genormt und mit einem Kurzzeichen versehen

Das Wichtigste zuerst: Je kleiner das zu lötende Werkstück ist, desto dünner kann auch das Lötzinn sein. Allerdings wird darin auch weniger Flussmittel enthalten sein.

Bevor Sie mit dem Löten beginnen, achten Sie darauf, dass Ihr Lötgerät die richtige Leistung besitzt. Die Lötspitze sollte in der Größe zur Lötstelle passen. Beim Löten werden die Werkstücke mit der Lötspitze berührt und so auf die richtige Temperatur gebracht. Danach halten Sie das Lot an das Bauteil und bringen es mit der heißen Spitze des Lötkolbens zum Schmelzen. Das Lötzinn fließt zwischen die Bauteile. Wenn das Lot erkaltet ist, sind die Lötstellen silbrig glänzend.

Ist der Lötkolben zu schwach oder sind die Kontaktstellen zu kalt, kann das zu kalten Lötstellen führen. Diese müssen nachgearbeitet werden. Vorhandene Reste an der Lötspitze sollten Sie sofort entfernen. Im Handel finden Sie verschiedene Arten von bleihaltigem Lötzinn. Diese Erzeugnisse sind mit Kurzzeichen versehen.

Sn60Pb40 – diese Metalllegierung besteht aus 60% Zinn und 40 % Blei. Das Lötzinn wird vor allem im Hobbybereich verwendet. Es wird bei Temperaturen um die 235° C eingesetzt. Das erkaltete Lot bildet glänzende Lötstellen. Allerdings sollten Sie die Werkstücke nicht bewegen bevor das Lötzinn fest ist.

Sn63Pb37 – das Lötzinn aus 63% Zinn und 37% Blei wird zum Löten im SMD-Bereich verwendet. Sobald es 183° C erreicht hat wird es sofort flüssig; fällt es unter diese Temperatur wird es schlagartig fest.
Sn50PbCu – das Lot aus 50% Zinn, 49% Blei und 1% Kupfer eignet sich hervorragend zum Löten von Elektrogeräten.

Anzumerken ist, dass bleihaltigem Lötzinn auch Silber (Ag), Bismuth (Bi) und Gold (Au) beigemischt werden kann.

Diese Metalle eignen sich zum Weichlöten

  • Zinn
  • Blei
  • Kupfer
  • Rotguss
  • Zink
  • Kupferlegierungen

Das Löten mit bleifreiem Lötzinn

Das Löten mit bleifreiem Lötzinn kann einem Anfänger Schwierigkeiten bereiten. Als erfahrener Hobby-Elektroniker wissen Sie, dass die Fließeigenschaften bei bleifreiem Lötzinn nicht so gut sind wie bei herkömmlichem Lot.

Es ist wichtig, dass Sie mit einer sauberen Lötspitze arbeiten. Zudem sollte die Temperatur je nach Legierung zwischen 320 und 340 Grad Celsius liegen. Bleiben Sie zirka 3 Sekunden länger als üblich auf der Lötstelle, dann wird das Lötzinn auch perfekt verlaufen. Bleifreies Lötzinn besteht zu 90% bis 100 % aus Zinn. Bei manchen Erzeugnissen wurde auch Silber, Kupfer oder Gold hinzugefügt. Diese Metalle können die Eigenschaften des Lötzinns allerdings verändern.

Das Lötzinn mit der Kennzeichnung: SAC305 beispielsweise, besteht aus 96,5% Zinn, dazu kommen 3% Silber sowie 0,5% Kupfer. Dieses bleifreie Produkt kann mit sehr guten Fließeigenschaften überzeugen. Es eignet sich sowohl für Privat- als auch für Hobbyelektroniker.

Wie dick sollte der Lötdraht sein?

In der Regel sollten Anfänger mit einem eher dünneren Lötdraht zu löten beginnen. Die Spulen mit Lötdraht sind im Handel in Stärken zwischen 0,25 mm bis hin zu 1,5 mm erhältlich. Ist der Lötdraht zu dick, kommt zu viel Lötzinn auf die Lötstelle. Am Ende müssen Sie es wieder entfernen. Für einen Anfänger ist ein Lötdraht mit einer Stärke von 0,25 mm um einiges leichter zu dosieren als ein Produkt mit 1 mm.

Vorteile von Lötzinn:

  • Lötzinn gibt es in unterschiedlichen Stärken
  • Bleihaltiges Lötzinn hat einen niedrigen Schmelzpunkt
  • In der Regel „fließt“ es schön
  • Es gibt Produkte mit unterschiedlicher Zusammensetzung
  • Bleifreies Lötzinn wird im industriellen Elektronik-Bereich verwendet

Nachteile:

  • Bleihaltiges Lötzinn darf nur mehr im privaten Bereich und in der Raumfahrt verwendet werden
  • Bei bleifreiem Lötzinn ist die Fließeigenschaft nicht so gut
  • Dünnerer Lötdraht enthält weniger Fließmitttel

Fazit:

Bei Lötzinn handelt es sich um eine Mischung aus verschiedenen Metallen. Das Produkt wird in Form eines Drahtes in verschiedenen Stärken angeboten. Die Produkte werden zum Verschweißen metallischer Leiter verwendet. Einige dieser Erzeugnisse sind bleihaltig. Andere wiederum werden bleifrei angeboten. Sie können das Lötzinn bequem zu Hause im Internet auswählen und bestellen. Dort haben Sie die Übersicht über eine große Palette unterschiedlicher Produkte.