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Was ist ein Flussmittel – Ratgeber und Kaufberatung

Kabel Löten mit FlussmittelDie meisten Verbraucher haben keine Vorstellung davon, was und wofür ein Flussmittel eigentlich ist. Das Flussmittel wird beim Löten eingesetzt. Werkstücke, die mechanisch und elektrisch miteinander verbunden werden, wird als Löten bezeichnet. Das können verschiedene Aktivitäten sein, wie beispielsweise Drähte, die auf einer Litze verbunden werden oder Bauteile, die auf einer Platine gelötet werden.

Die eigentliche Funktion des Lötens ist, die Zwischenräume zwischen den Werkstücken auszufüllen, sodass auf diesem Wege eine mechanische, elektrische und thermische Verbindung entsteht.

Das Problem in der praktischen Ausübung dieser Aktivität besteht darin, dass die Werkstücke längere Zeit der Luft ausgesetzt sind und somit oxidieren. Bei Erhitzung der Oberfläche tritt diese Eigenschaft noch stärker hervor. Die Oxidschicht verhindert die gewünschte Verbindung zwischen den Werkstücken. Jetzt erst kommt das Flussmittel ins Spiel. Es handelt sich bei diesem Hilfsstoff um eine chemische Verbindung.

Mithilfe dieser Verbindung entsteht keine neue Oxidschicht und die bereits vorhandene Schicht wird entfernt.

Die Funktionen des Flussmittels

Das Flussmittel entfernt nicht nur die Oxidierung, sondern es ist dazu da, die Grenzflächenspannungen zu mindern, um bessere und haltbarere Lötstellen zu schaffen. Dieser Hilfsstoff sorgt dafür, die Fügeteile zusammenzuhalten, bevor diese endgültig gelötet werden. Das Flussmittel garantiert eine gute Lötverbindung.

LötzinnIm Inneren des Lötdrahtes befindet sich mindestens eine „Seele“, welche mit Flussmittel gefüllt ist. Wenn beim Löten der Lötdraht mit den Bauteilen berührt wird, schmilzt das Lot und das Flussmittel wird freigegeben, das heißt es verbrennt und verdampft. Wenn das Flussmittel verbrannt ist, wirkt es natürlich nicht mehr. Aus diesem Grund wird ein zusätzliches Flussmittel eingesetzt. In der Regel muss dieses auch verwendet werden, um ein optimales Lötergebnis zu bekommen.

Empfehlenswert ist, wenn Sie die Lötflächen vorher mit dem entsprechenden Flussmittel behandeln, wodurch eine Schutzfläche gebildet wird, die eine Oxidierung verhindert. Beim herkömmlichen Handlöten befindet sich eigentlich genügend Flussmittel im Lötdraht.

Verschiedene Produkte und Qualitäten

Die Auswahl des Flussmittels hängt davon ab, ob Aluminium oder Edelstahl verarbeitet werden soll oder elektronische Arbeiten ausgeführt werden. In diesem Falle müssen hochwertige Flussmittel zur Anwendung kommen, um jegliche Rückstände oder Rostbildung zu vermeiden. Verschmutzte Fügeteile benötigen säurehaltige Flussmittel. Demzufolge gibt es Unterschiede in der Dosierung, sodass Flussmittel in Tuben oder sogar in Kanister angeboten werden. Unterschiede der Produkte sind hier kurz erläutert:

  • Vielzweckflussmittel, als überall einsetzbar,
  • geeignet für Zn-Al-Legierungen,
  • für rostfreien und hochlegierten Stahl,
  • für Ni- und Cu-Hartlote.

Beim Kauf sollten Sie auf folgende Kriterien achten:

  • Bei elektronischen Arbeiten darf das Flussmittel keine korrodierenden Rückstände aufweisen.
  • Aluminium und Edelstahl können nur mit speziellen Flussmitteln gelötet werden.
  • Außerordentlich verschmutzte Teile können nur mit säurehaltigen Flussmitteln bearbeitet werden. Reste von diesen Flussmitteln sind ebenfalls zu entfernen, um eine Korrosion der Lötstellen zu verhindern.
  • Beim Weich- und Hartlöten können Flussmittel eingesetzt werden, die die Temperaturen und den Schmelzpunkt berücksichtigen.

Die DIN EN 1045 beinhaltet zwei Formen von Flussmitteln FH und FL. Die Klasse FH besteht aus sieben Flussmitteltypen und ist hauptsächlich für Hartlöten bei

  • Schwermetallen,
  • Kupfer und Kupferlegierungen,
  • Nickel und Nickellegierungen

anzuwenden. Die Klasse FL umfasst lediglich zwei Typen, das Hartlöten von Aluminium und Aluminiumlegierungen. Die Wirksamkeit des Flussmittels entfaltet sich erst, wenn es geschmolzen ist. Es sollte so lange in dem Zustand bleiben, bis das Lot durch den Spalt geflossen ist und sich gefestigt hat. Daher sollten Produkte mit breitem Wirkungsbereich gekauft werden, um diese Prozedur zu erleichtern.

Die Vorteile von Flussmittel

Als Vorteil ist natürlich die Verhinderung der Oxidierung zu nennen. Das Entfernen, falls die zu bearbeitenden Teile bereits oxidiert sind, ist hilfreich. Der Einsatz vom richtigen Flussmittel sorgt für ein perfektes Ergebnis. Flussmittel sorgen beim Lot für eine geringere Temperatur zum Schmelzen. Das spart nicht nur Energie, sondern bringt auch ökologische Vorteile. Das Lot selbst wird dünnflüssiger und dringt besser in Vertiefungen ein.

Vergleich verschiedener Produkte:

Das Flussmittel Fluoron eignet sich beispielsweise für Hartlötungen im Bereich Goldschmiedewerkstatt. Bei einer Temperatur von über 720 Grad C kann dieses Produkt eingesetzt werden.

Borax fehlt wohl auch in keiner Goldschmiedewerkstatt. Dieses Flussmittel wird in Pulverform eingesetzt und beim Goldschmelzen effektiv verwendet.

Oxynon wiederum wird zum Löten von Edelmetall an Edelstahl in Anwendung gebracht.

Das Pastenflussmittel FluxPlus eignet sich hervorragend zum Arbeiten mit Legierungen in Erhitzungsprozessen und Reparaturen von Mobilgeräten.

Reflow-Löten ist ebenfalls an dieser Stelle aufgeführt. Dieses Produkt braucht nur dort aufgetragen zu werden, wo es wirklich notwendig wird. Der Vorteil der Tubenform ist in vielen Bereichen erwähnenswert.

No Clean und Clean Flussmittel

No clean (NC) besteht aus Kolophonium, ein Harzprodukt, und Lösungsmittel. Bei einfach zu lötenden Oberflächen ist dieses Produkt optimal einsetzbar. Die Rückstände sind transparent, hart, korrosionsfest und können, müssen aber nicht, mit einem Lösungsmittel entfernt werden. Dieses Produkt kann auf dem zu bearbeitenden Gegenstand verbleiben, da es keine korrosive Wirkung aufweist. Rückstände von Clean Flussmitteln sollten auf jeden Fall entfernt werden. An dieser Stelle gibt eine kleine Auflistung mit entsprechenden Kennzeichen etwas mehr Wissen preis:

  • L0: No clean Produkt, keine Korrosion,
  • L1: halogenhaltig auch No clean,
  • M0: Beide Ausführungen sind möglich, mit wenig Korrosion,
  • M1: halogenhaltig, auch beide Clean-Ausführungen, geringe Korrosion,
  • H0: Clean mit mehr Korrosion,
  • H1: Clean halogenhaltig, ebenfalls mit größerer Korrosion.

Die Buchstaben stehen für L niedrig aktiviert, beide Ausführungen,
M steht für mäßig oder mittig aktiviert und H ist stark.

Hart- oder Weichlöten

Flussmittel zum HartlötenWas ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Verfahren fragt sich mancher Verbraucher. Beim Hartlöten ist die niedrigste Temperatur 450 Grad C.

Die Verbindungen sind stabiler als beim Weichlöten. Beim Weichlöten liegt die Temperatur noch unter 450 Grad C. Die Bereiche Kalt- und Warmwasserinstallationen, Warmwasserheizsysteme fallen in diese Kategorie. Weichlöten ist nicht möglich ohne den Einsatz von Flussmitteln.

Fazit:

Bei jeder Anwendung mit Flussmitteln wird von Experten empfohlen, lieber zu viel als zu wenig aufzutragen. Durch ein Zuviel können sogar die Rückstände des Flussmittels leichter entfernt werden. Wenn zu wenig aufgetragen wird, ist die Wirkung schneller vorüber, das Ergebnis des Lötvorganges ist nicht mehr perfekt. Jeder Lötvorgang hat ein spezielles Flussmittel. Darauf sollte auch beim Kauf geachtet werden. Wenn die Lötspitze zu stark erhitzt wird, verbrennt das im Lot enthaltene Flussmittel und nutzt dann natürlich gar nichts mehr. Leider gibt es schlechte Plagiate, die meistens aus China stammen. Wenn das Sicherheitsdatenblatt fehlt, handelt es sich um minderwertige Ware. Beim Weichlöten sind Flussmittel mit Kolophonium optimal.